Dein Lehmputz verdient die richtige Pflege, um seine natürliche Schönheit und seine klimaausgleichenden Eigenschaften voll zur Geltung zu bringen. Wenn du deinen Lehmputz streichen möchtest, sind die richtigen Techniken und Materialien entscheidend für ein langlebiges und ästhetisch ansprechendes Ergebnis. Befolge diese 17 Profi-Tipps, um Fehler zu vermeiden und deinen Wänden ein frisches, individuelles Aussehen zu verleihen.
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zum Angebot »Die Vorbereitung: Fundament für ein perfektes Ergebnis
Eine sorgfältige Vorbereitung ist das A und O, bevor du überhaupt zum Pinsel greifst. Unterschätze diesen Schritt nicht, denn er erspart dir später viel Ärger und sichert die Qualität deines Anstrichs.
1. Untergrundprüfung: Was sagt dein Lehmputz?
Bevor du mit dem Streichen beginnst, ist eine gründliche Prüfung des Untergrunds unerlässlich. Ist der Lehmputz vollständig durchgetrocknet und ausgehärtet? Gibt es lose Stellen, Abplatzungen oder Risse? Prüfe die Festigkeit, indem du leicht mit den Fingern über die Oberfläche reibst. Ein gesunder Lehmputz sollte nicht bröseln.
2. Reinigung ist Trumpf: Staub und Schmutz adé
Entferne jeglichen Staub, Schmutz, Fettflecken oder Spinnweben von der Oberfläche. Verwende dafür eine weiche Bürste oder einen trockenen Schwamm. Bei hartnäckigeren Verschmutzungen kann ein leicht feuchter Schwamm (nur mit klarem Wasser, keine Reinigungsmittel!) zum Einsatz kommen, aber achte darauf, den Putz anschließend gut trocknen zu lassen.
3. Schadstellen ausbessern: Kleine Makel, große Wirkung
Kleine Risse oder Löcher im Lehmputz müssen vor dem Streichen ausgebessert werden. Verwende dazu Lehm-Fein-Spachtelmasse oder eine passende Lehm-Reparaturmasse. Trage diese dünn auf und lass sie vollständig trocknen. Schleife die ausgebesserten Stellen anschließend vorsichtig glatt, damit sie später nicht sichtbar sind.
4. Grundierung – Ja oder Nein? Die richtige Basis schaffen
Lehmputz ist von Natur aus saugfähig. Ob eine Grundierung notwendig ist, hängt von der Art des Lehmputzes und der geplanten Farbe ab. Für stark saugende Untergründe oder bei dunklen Farbtönen, die auf helle Untergründe aufgetragen werden, kann eine Lehm-Grundierung (oft auf Silikat-Basis oder spezielle Lehm-Grundierungen) sinnvoll sein, um eine gleichmäßige Saugfähigkeit zu gewährleisten und ein Durchschlagen von Flecken zu verhindern. Teste die Grundierung an einer unauffälligen Stelle.
Die Materialwahl: Farben und Werkzeuge für natürliche Wände
Die Wahl der richtigen Farbe und des passenden Werkzeugs ist entscheidend für das Gelingen deines Anstrichs und die Langlebigkeit deiner Wände.
5. Ökologische Farben bevorzugen: Gesundheit für dein Zuhause
Für Lehmputz eignen sich am besten diffusionsoffene und atmungsaktive Farben. Mineralfarben (wie Silikatfarben oder Kalkfarben) oder spezielle Lehmfarben sind ideal. Sie lassen die Feuchtigkeit im Putz zirkulieren und unterstützen das Raumklima. Vermeide stark kunststoffhaltige Farben, da diese die Atmungsaktivität des Lehmputzes beeinträchtigen können.
6. Die richtige Werkzeugausstattung: Pinsel, Rolle & Co.
Für die Grundierung und den ersten Farbauftrag eignen sich oft eine kurzflorige Walze oder ein Flächenstreicher. Für Ecken, Kanten und filigrane Arbeiten sind verschiedene Pinselgrößen unerlässlich. Achte auf hochwertige Werkzeuge, die für die gewählte Farbe geeignet sind. Bei Strukturputzen können auch spezielle Strukturwalzen zum Einsatz kommen.
7. Farbprobe: Sei sicher vor dem großen Auftrag
Bevor du dich für eine Farbe entscheidest und größere Flächen streichst, erstelle unbedingt eine Farbprobe. Trage die Farbe auf ein Stück Karton oder eine unauffällige Stelle an der Wand auf und beurteile das Ergebnis bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen. So vermeidest du böse Überraschungen.
Der Anstrich – Schritt für Schritt zum Erfolg
Nun geht es ans Eingemachte. Mit Geduld und Sorgfalt verwandelst du deine Wände in ein Kunstwerk.
8. Gleichmäßiger Farbauftrag: Die Kunst der Technik
Trage die Farbe gleichmäßig auf. Arbeite nass in nass, um Ansätze zu vermeiden. Beginne an einer Ecke und arbeite dich systematisch vor. Bei Rollenaufträgen die Walze immer in einem Winkel von 45 Grad zur Wand führen und die Farbe gleichmäßig verteilen. Bei Pinselarbeiten Bahnen überlappend ziehen.
9. Trocknungszeiten einhalten: Geduld zahlt sich aus
Lass jede Farbschicht vollständig trocknen, bevor du die nächste aufträgst. Die Trocknungszeit variiert je nach Farbe, Luftfeuchtigkeit und Temperatur. Achte auf die Herstellerangaben. Zu schnelles Überstreichen kann zu Abplatzungen oder ungleichmäßigen Ergebnissen führen.
10. Mehrere dünne Schichten statt einer dicken: Für Tiefe und Haltbarkeit
Lieber mehrere dünne Farbschichten auftragen als eine dicke. Dünne Schichten trocknen schneller, haften besser und ergeben ein gleichmäßigeres, tieferes Farbergebnis. Mehrere Schichten sorgen auch für eine höhere Deckkraft und Haltbarkeit.
11. Ecken und Kanten sauber ausarbeiten: Das Detail macht den Unterschied
Nutze für Ecken und Kanten kleinere Pinsel oder einen schmalen Abstreifroller. Arbeite hier besonders präzise, um ein sauberes Gesamtbild zu erzielen. Ein Malerkrepp kann helfen, gerade Kanten zu ziehen und Farbspritzer auf angrenzenden Flächen zu vermeiden. Entferne das Klebeband, solange die Farbe noch leicht feucht ist.
12. Struktur erhalten oder neu schaffen: Kreative Freiheit
Bei strukturierten Lehmputzen solltest du überlegen, ob du die bestehende Struktur erhalten möchtest oder ob du durch den Anstrich eine neue Struktur schaffen willst. Mit verschiedenen Werkzeugen und Techniken (z.B. Schwammtechnik, Bürsten) kannst du interessante Effekte erzielen. Achte darauf, die Struktur nicht durch zu dicke Farbschichten zu überdecken.
13. Lüften – Aber richtig: Feuchtigkeit regulieren
Gute Belüftung während und nach dem Streichen ist wichtig, um die Trocknung zu unterstützen und Gerüche abzuführen. Vermeide jedoch Zugluft, die zu schnelles Trocknen und damit zu Rissen führen kann. Stoßlüften ist meist die beste Methode.
Besondere Herausforderungen und Lösungen
Manchmal stellen Lehmputzwände besondere Anforderungen. Mit dem richtigen Wissen meisterst du auch diese Hürden.
14. Fleckenbildung vermeiden: Vorbeugung ist entscheidend
Fleckenbildung kann durch ungleichmäßige Saugfähigkeit, minderwertige Grundierung oder das Durchschlagen von Untergrundmaterialien entstehen. Eine sorgfältige Untergrundvorbereitung und die Verwendung geeigneter Grundierungen sind hier die besten Präventionsmaßnahmen. Achte auch auf die Qualität deiner Farben.
15. Antike und historische Putze: Respekt vor dem Original
Bei antiken oder historischen Lehmputzen ist besondere Vorsicht geboten. Oft sind diese sehr empfindlich. Informiere dich über die spezifische Zusammensetzung des Putzes und wähle möglichst schonende, natürliche Materialien für Grundierung und Anstrich. Im Zweifel einen Restaurator konsultieren.
16. Schimmelprävention: Gesunde Wände, gesundes Raumklima
Lehmputz wirkt von Natur aus schimmelhemmend, doch auch hier kann es unter ungünstigen Bedingungen zu Problemen kommen. Achte auf eine gute Belüftung und Vermeide dauerhafte Feuchtigkeitsquellen. Verwende diffusionsoffene Farben, die das Raumklima positiv beeinflussen.
17. Muster und Effekte erzielen: Individuelle Akzente setzen
Du kannst mit Lehmfarben und verschiedenen Techniken wunderschöne Muster und Effekte erzielen. Ob Streifen, Ornamente oder eine dezente Struktur – deiner Kreativität sind kaum Grenzen gesetzt. Experimentiere mit unterschiedlichen Werkzeugen und Farbkontrasten. Wichtig ist auch hier der gleichmäßige Auftrag und die Beachtung der Trocknungszeiten.
| Vorbereitung | Materialwahl | Anwendung & Technik | Spezifische Aspekte |
|---|---|---|---|
| Untergrundprüfung | Ökologische Farben | Gleichmäßiger Farbauftrag | Fleckenbildung vermeiden |
| Reinigung | Geeignete Werkzeuge | Trocknungszeiten einhalten | Antike Putze |
| Schadstellen ausbessern | Farbprobe | Mehrere dünne Schichten | Schimmelprävention |
| Grundierung (falls nötig) | Ecken und Kanten | Muster und Effekte | |
| Struktur erhalten/schaffen | |||
| Richtiges Lüften |
FAQ – Häufig gestellte Fragen zu 17 Profi-Tipps zum Lehmputz streichen
Kann ich Lehmputz mit normaler Wandfarbe streichen?
Nein, es ist nicht empfehlenswert, Lehmputz mit herkömmlicher, stark kunststoffhaltiger Wandfarbe zu streichen. Diese Farben sind oft nicht diffusionsoffen und können die feuchtigkeitsregulierenden Eigenschaften des Lehmputzes beeinträchtigen. Greife stattdessen zu speziellen Lehmfarben, Silikatfarben oder Kalkfarben.
Wie oft muss ich meinen Lehmputz streichen?
Die Häufigkeit, mit der du deinen Lehmputz streichen musst, hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie der Qualität der verwendeten Farbe, der Beanspruchung der Wand und deinem persönlichen Geschmack. Hochwertige Lehmfarben und ein sorgfältiger Anstrich können viele Jahre halten. Generell ist Lehmputz aber gut ausbesserbar und kann bei Bedarf auch partiell nachgebessert werden.
Kann ich über alten Lehmputz, der bereits gestrichen ist, einfach drüber streichen?
Das ist möglich, aber nur, wenn die alte Farbe diffusionsoffen ist und keine Probleme wie Abplatzungen oder Algenbildung aufweist. Wenn du unsicher bist, was die alte Farbe ist, empfiehlt es sich, eine kleine Testfläche anzulegen oder die alte Farbe vorsichtig zu entfernen. Eine Grundierung für den Lehmputz ist dann oft unerlässlich.
Muss ich den Lehmputz schleifen, bevor ich ihn streiche?
Das Schleifen des Lehmputzes ist nur notwendig, wenn du Unebenheiten ausbessern oder die Oberfläche für eine besonders glatte Finish vorbereiten möchtest. Generell sollte Lehmputz nicht zu stark geschliffen werden, um seine natürliche Struktur nicht zu zerstören. Achte darauf, nach dem Schleifen den Staub gründlich zu entfernen.
Welche Farben eignen sich am besten für Feuchträume wie das Bad oder die Küche auf Lehmputz?
Auch in Feuchträumen sind diffusionsoffene Farben wichtig. Spezielle Lehmfarben oder Silikatfarben können auch hier eingesetzt werden, vorausgesetzt, die Belüftung ist gut und es kommt nicht zu ständiger Nässe. Achte auf eine gute Belüftung und vermeide direkte Wasserspritzer auf der Wand. Es gibt auch spezielle Lehm- oder Kalkfarben, die für Feuchträume geeignet sind und eine höhere Strapazierfähigkeit aufweisen.
Wie kann ich Muster oder Effekte auf meinem Lehmputz erzielen?
Du kannst Muster und Effekte mit verschiedenen Techniken erzielen. Dazu gehören Schwammtechniken, Bürstenstriche, das Auftragen mit Strukturwalzen oder das Arbeiten mit Schablonen. Experimentiere mit unterschiedlichen Werkzeugen und zwei oder mehr Farbnuancen, um Tiefe und interessante visuelle Akzente zu schaffen. Wichtig ist dabei, dass du die Farbe gleichmäßig aufträgst und die Trocknungszeiten beachtest.